Schnellmenü

Zur Startseite springen, Accesskey 0,
Zur Hauptnavigation springen, Accesskey 1,
Zum Inhalt springen, Accesskey 2,
Zur Kontaktseite springen, Accesskey 3,
Zur Sitemap springen, Accesskey 4

Zum Schnellmenü zurück

Mikrowelle

Immer wieder hört man, dass die Verwendung eines Mikrowellengerätes z.B. zum Erwärmen von Speisen negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. Soll ich auf die Mikrowelle in der Küche besser verzichten?

Antwort:

Grundsätzlich ist die Mikrowelle bei sachgerechtem Einsatz unbedenklich. Die Energie der Mikrowellen ist zu gering, um direkte chemische (zellverändernde) Wirkungen zu verursachen. Die Mikrowellen sind „nicht ionisierende“ Strahlen, zu denen auch die Radio- und Fernsehwellen zählen. Zudem nimmt mit zunehmender Entfernung vom Gerät die Mikrowellenintensität stark ab, und die tägliche Einwirkzeit ist in der Regel kurz. Teilweise zeigen sich sogar Vorteile durch das Kochen in der Mikrowelle, wie z.B. niedrigere Vitamin-Verluste im Vergleich zu Kochen oder anderen Zubereitungsverfahren in der Küche.

Weitere ernährungsphysiologische Vorteile durch die Mikrowelle ergeben sich, wenn einzelne Familienmitglieder zu verschiedenen Zeiten eine warme Mahlzeit verzehren möchten. Beim schnellen Aufwärmen einer Portion in der Mikrowelle gehen weniger Lebensmittelinhaltsstoffe verloren als beim konventionellen Erwärmen oder bei längerfristigem Warmhalten. Kocht man eher kleinere Mengen, spart man mit der Mikrowelle Zeit und Energie. Für größere Mengen sollte man Herd oder Backofen verwenden.

Vorsicht heiß: Tatsächliche Gefahren

Aufgrund der Erwärmungstechnik kann es zu einer unterschiedlichen Temperaturentwicklung und -verteilung im Produkt (hot bzw. cold spots) kommen, dies kann zu unterschiedlichen Problemen führen:

  • Lebensmittel können innen sehr heiß sein, obwohl sie außen noch kühl sind. Dies kann zu Verbrennungen im Mundbereich führen. Ein klassisches Beispiel ist hier der Krapfen, bei dem sich die Marmelade übermäßig erhitzen kann. Auch in der Mikrowelle zubereitete Babyfläschchen können außen kühl sein, aber innen schon sehr hoch erhitzte Milch aufweisen!
  • In geschlossenen Gefäßen kann sich Überdruck aufbauen, wodurch Explosionsgefahr besteht.
  • Ist das Lebensmittel nicht überall gleichmäßig erhitzt, kann die Abtötung von Krankheitserregern wie Salmonellen oder Listerien unvollständig sein.

So funktioniert die Mikrowelle

Mikrowellengeräte enthalten ein Magnetron, das die Mikrowellen (elektromagnetischen Wellen) erzeugt, die in den Garraum eingespeist werden. Die Mikrowellen versetzen Wassermoleküle des Lebensmittels in Schwingung, die dann wiederum andere Moleküle anstoßen und zur Bewegung anregen. Dies erzeugt Wärme. Das Gehäuse der Mikrowellengeräte ist dabei so gebaut, dass keine – oder nur sehr geringe Strahlung (Leckstrahlung) – austreten kann. Dies wird durch die Metallwände und die perforierte Metallfolie, mit der die Glastür ausgestattet ist, gewährleistet. Die Leckstrahlung kann dabei im Bereich der Türfuge austreten.

Zur Leckstrahlung hat eine deutsche Verbrauchschutzorganisation (Februar 2009) eine Untersuchung publiziert: Neun Mikrowellen wurden auf ihre Leckstrahlung hin untersucht. Bei allen Geräten traten zwar Mikrowellenstrahlen nach außen, aber die Leckstrahlung lag bei allen Geräten weit unter dem gesetzlichen Grenzwert. Dies entspricht auch den Erfahrungen des Bundesamtes für Strahlenschutz in Deutschland, das bei Messungen an mehreren hundert intakten Geräten nie eine Überschreitung des festgelegten Grenzwertes gemessen hat. Auch der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat auf Leckstrahlung geprüft. Gemessen wurde jeweils bei normaler Nutzung und bei voller Leistung. Das Ergebnis: Kein Gerät lässt eine erhöhte Mikrowellenstrahlung nach außen.

Tipps zur Verwendung der Mikrowelle

  • Grundsätzlich die in der Bedienungsanleitung angegebenen Garzeiten beachten.
  • Für die Erwärmung der Speisen mikrowellengeeignetes Geschirr verwenden.
  • Die Speisen mit lose aufliegendem Deckel oder Abdeckhaube oder Mikrowellen-geeigneter Folie abdecken. Keine geschlossenen Gefäße!
  • Nach Möglichkeit Lebensmittel mit gleicher Dicke verwenden bzw. große Stücke zerkleinern.
  • Alle Speisen zwischendurch umrühren oder umwenden und zur gleichmäßigen Wärmeverteilung kurze Zeit stehen lassen.
  • Lebensmittel mit fester Haut (z.B. Würstchen) einstechen, damit sie nicht platzen.
  • Bei mikrobiologisch bedenklichen Lebensmitteln wie Geflügel oder frischei-haltigen Gerichten längere Zeit auf niedrigerer Leistungsstufe zubereiten, mehrere Temperaturkontrollen durchführen und die Speisen mehrmals umrühren bzw. wenden. Es ist zu überlegen, ob hier nicht die herkömmlichen Zubereitungsmethoden vorzuziehen und sicherer sind.

Es liegen zwei gesundheitliche Bewertungen zum Einsatz der Mikrowelle vor – beide Institutionen sehen beim sachgerechten Einsatz von Mikrowellengeräten keine Gesundheitsgefahr:

zuletzt aktualisiert 05.05.2014
Erstellt durch die Ernährungshotline
Freigegeben durch Redaktion Gesundheitsportal
Letzte Expertenprüfung durch Verein für Konsumenteninformation (VKI)
Zum Expertenpool