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Stevia

Die in den Pflanzenblättern von Stevia enthaltenen Steviolglykoside sind durch die EU-Kommission seit Dezember 2011 zur Verwendung in Lebensmitteln zugelassen und bereits in vielen Ausführungen im Handel erhältlich. Für Konsumentinnen/Konsumenten haben sich viele Fragen ergeben. In dieser FAQ-Zusammenstellung haben wir Antworten zusammengestellt:

Zulassung von Stevia in der EU

Die Steviapflanze (Stevia rebaudiana) stammt ursprünglich aus dem Grenzgebiet zwischen Brasilien und Paraguay. Der überwiegende Anbau erfolgt heutzutage in China. Aufgrund anderer klimatischer Bedingungen ist der Anbau in Österreich schwierig. In Belgien wird Stevia in Glashäusern angebaut.

Mit über 100 pflanzlichen Wirkstoffen weist die Steviapflanze eine sehr komplexe Zusammensetzung auf, weshalb die Bewertung der gesundheitlichen Sicherheit sehr schwierig ist. Aufgrund fehlender Studien zum ganzen Steviablatt ist die Pflanze selbst nicht als Süßstoff zugelassen. Die zugelassenen Steviolglykoside machen rund 20 Prozent der Blatttrockenmasse aus. Die Pflanzen können sich zudem erheblich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden (Länder, Anbauformen, Freilandanbau versus Gewächshaus). So kann eine Gewächshauspflanze eine ganz andere Konzentration bestimmter Inhaltsstoffe aufweisen als eine aus Freilandanbau. Daher wurden bisher nur Steviolglykoside zugelassen, deren chemisches Profil durch aufwendige, chemische Verfahren genau bekannt ist und dadurch auch gesundheitlich bewertet werden kann.

Warum muss eine Pflanze wie z.B. Stevia überhaupt zugelassen werden?

Alle Zusatzstoffe – egal ob „natürlicher“ oder synthetischer Herkunft – müssen ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Somit mussten auch Steviolglykoside von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit untersucht werden. Nach der Stellungnahme der EFSA gilt die Aufnahme von bis zu 4 mg Steviolglykosiden pro kg Körpergewicht bei täglichem Verzehr als gesundheitlich unbedenklich. Diese Menge kann von einem Menschen täglich, ein Leben lang aufgenommen werden, ohne dass ein gesundheitliches Risiko besteht.

Stevia zum Kochen und Backen

Stevia kann auch zum Kochen und Backen verwendet werden. Allerdings ist reines Stevia schwer zu verarbeiten, da es rund 300-mal so süß ist wie Zucker, d.h. in der Regel würde man nur eine sehr geringe Menge an Steviolglykosiden benötigen, um den gewünschten Süßegrad zu erhalten. Diese Menge ist mit haushaltsüblichen Küchenwaagen nur schwer abzuwiegen bzw. fehlt es den Teigen am entsprechenden Volumen, das der Haushaltszucker sonst auffüllen würde.

Beim Backen besser „Mischpulver“ (Steviolglykoside gemischt mit geschmacksneutralem Pulver) verwenden. Es empfiehlt sich auch, auf eigene Steviarezepte zurückzugreifen. Unerwünscht könnte zudem der lakritzähnliche, leicht bittere Geschmack der Steviolglykoside sein, wenn diese in höheren Mengen beigemengt werden.

Kann man in Rezepten den Zucker teilweise oder zur Gänze durch Steviapulver ersetzen?

Es ist nicht möglich, Haushaltszucker 1:1 mit Stevia zu ersetzen, da dadurch die Süße sowie der bittere Beigeschmack extrem ansteigen würden. Falls Stevia beim Kochen oder Backen verwendet wird, sollten Sie auf eigene „Mischpulver“ (mit geschmacksneutralem Pulver gestreckt) sowie spezielle Rezepte zurückgreifen.

Wie beeinflusst Stevia den Stoffwechsel und den Blutzucker?
Kann es den Heißhunger auf Süßes verstärken?

Stevia wird insulinunabhängig verstoffwechselt, d.h., da es zu keinem Anstieg des Blutzuckerspiegels führt, wird kein Insulin benötigt. Ob nach dem Konsum von Stevia die Lust auf Süßes steigt, ist derzeit noch Gegenstand intensiver Forschung (betrifft Süßstoffe generell). Weitere Informationen erhalten Sie unter Diabetes mellitus.

Stevia und Diabetes

Grundsätzlich kann bei Diabetes Stevia anstatt Zucker verwendet werden, wobei auch hier Schwierigkeiten bei der Zubereitung auftreten (fehlendes Volumen, unangenehmer Beigeschmack). Zudem wäre Stevia nur für Diabetiker-Typ-1 eine Alternative, da diese Insulin zuführen müssen, um Zucker zu verstoffwechseln. Diabetes-Typ-2 entsteht meist durch jahrelange falsche Ernährungsweisen: In diesem Fall wäre es besser, die Ernährung generell auf eine ausgewogene Mischkost umzustellen und den süßen Geschmack diverser Speisen zu reduzieren, anstatt Stevia als „Zuckerersatz“ zu verwenden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Ernährung und Diabetes.

Ist Stevia gesünder oder besser als künstliche Süßstoffe?

Alle zugelassenen Süßstoffe mussten ein Zulassungsverfahren durchlaufen, um ihre gesundheitliche Unbedenklichkeit nachzuweisen. Somit ist Stevia nicht besser oder schlechter als andere Süßstoffe.

E-Nummer 960

Der Einsatz von Stevia muss in Lebensmitteln gekennzeichnet werden. Nach der erfolgreichen Zulassung wurde den Steviolglykosiden die E-Nummer 960 zugewiesen. Somit müssen Steviolglykoside in der Zutatenliste verpackter Lebensmitteln entweder als „Süßstoff Steviolglykoside“ oder als „Süßstoff E 960“ gekennzeichnet werden.

Kann man mit Stevia Marmeladen kochen, gibt es so etwas wie „Gelier-Stevia“?

Bei der Marmeladenherstellung wird Zucker nicht nur zum Süßen, sondern auch als „Konservierungsstoff“ eingesetzt. Marmelade, die ohne Zucker hergestellt wird, müsste durch den zusätzlichen Einsatz von „Konservierungsmitteln“ haltbar gemacht werden. Gelier-Stevia ist uns nicht bekannt.

Gibt es Unverträglichkeiten auf Stevia?

ber eine Unverträglichkeit von Stevia ist nichts bekannt.

Kann man Stevia selbst anbauen und die Blätter z.B. im Müsli verwenden?

Diese Pflanzen gibt es bereits in nahezu jedem Blumen- oder Pflanzenfachhandel. Die gesundheitliche Bewertung der Steviablätter ist jedoch noch nicht abgeschlossen, es können daher derzeit keine Aussagen über die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Steviapflanze bzw. -blätter gemacht werden.

Weitere Informationen erhalten Sie zudem unter EU-Zulassung für Stevia-Süßstoff.

zuletzt aktualisiert 05.05.2014
Erstellt durch die Ernährungshotline
Freigegeben durch Redaktion Gesundheitsportal
Letzte Expertenprüfung durch Verein für Konsumenteninformation (VKI)
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