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Betreuung des Geburtsverlaufs

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Betreuung bei der natürlichen Geburt: Entweder wird die werdende Mutter von einer Hebamme und einer Ärztin/einem Arzt oder ausschließlich von einer Hebamme betreut. Grundsätzlich muss bei der Geburt immer eine Hebamme hinzugezogen werden. Treten während der Geburt Komplikationen auf, ist die Hebamme verpflichtet, eine Ärztin oder einen Arzt hinzuziehen. Die Geburt selbst läuft in drei Phasen ab. In der Austreibungsphase wird das Kind geboren . . .

Erstuntersuchung

Bei der Aufnahme in ein Krankenhaus oder bei der Hausgeburt werden folgende von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Untersuchungen durchgeführt:

  • Allgemeine Untersuchung: Die allgemeine Untersuchung der Schwangeren umfasst die Messung der Körpertemperatur, des Pulses und des Blutdruckes.
  • Vaginale Untersuchung: Die gynäkologische Untersuchung dient der Erkennung des Geburtsbeginns und des Geburtsfortschrittes. Dabei untersucht die Hebamme, die Ärztin/der Arzt, wie weit sich der Muttermund geöffnet hat.
  • Äußere Untersuchung: Die Hebamme/die Ärztin oder der Arzt tasten den Bauch der schwangeren Frau ab, um die Kindslage zu bestimmen.
  • Überwachung der kindlichen Herztöne: Bei der Hausgeburt verwendet die Hebamme ein kleines Ultraschallgerät (Dopton), um die Herztöne des Kindes zu überwachen. Im Spital wird dafür ein CTG (Herzfrequenz- und Wehenschreiber) verwendet.

Betreuung der Eröffnungsphase

Hat die Eröffnungsphase begonnen, beurteilt die Ärztin/der Arzt bzw. die Hebamme die Stärke und Regelmäßigkeit der Wehen (Wehenqualität). Sind die Wehen der schwangeren Frau zu schwach oder zu unregelmäßig (ineffiziente Wehentätigkeit), kann eine Wehenunterstützung notwendig werden, um einen natürlichen Geburtsverlauf sicherzustellen. Zu den wehenunterstützenden Maßnahmen gehören unter anderem Medikamente, Akupunktur, Homöopathie, Aromatherapie oder Massagen.

Am Ende der Eröffnungsphase platzt die Fruchtblase. Das muss aber nicht immer der Fall sein. Manchmal kann die Fruchtblase auch erst in der Austreibungsphase platzen. Sobald die Fruchtblase ein Hindernis für das Kind darstellt, muss sie durch eine Ärztin/einen Arzt oder eine Hebamme geöffnet werden. Anschließend wird das Fruchtwasser nach Farbe und Menge beurteilt. Ist alles in Ordnung, ist das Fruchtwasser klar.

Betreuung der Austreibungsphase

Die Austreibungsphase bezeichnet den Zeitraum von der vollständigen Öffnung des Muttermundes bis zur Geburt des Kindes. Aufgrund der Wehenstärke ist die gebärende Frau in dieser Geburtsphase in besonderem Maß auf die Anleitung und Unterstützung durch die Hebamme und die Ärztin/den Arzt angewiesen.

Folgende geburtshilfliche Maßnahmen kommen in der Austreibungsphase zur Anwendung:

  • Richtige Lagerung der Gebärenden: In welcher Position die gebärende Frau während der Wehen mitpressen möchte, entscheidet sich nach dem Geburtsverlauf und nach dem persönlichen Wunsch der Frau. Weitere Informationen finden Sie unter Geburtsmethoden und Gebärpositionen.
  • Anleitung zum Mitpressen: Ist der kindliche Kopf tief im Becken, beginnt ein reflektorisch ausgelöster Pressdrang. Ein zu frühes aktives Mitpressen kann zur Erschöpfung der Gebärenden führen. Daher unterstützt die Hebamme, die Ärztin/der Arzt die Frau beim Pressen, indem die Atemtechnik kontrolliert und der Zeitpunkt zum Mitpressen angegeben wird.
  • Dammschutz: Bei der Geburt des kindlichen Kopfes leistet die Hebamme der Gebärenden Hilfestellung. Dabei wendet sie den sogenannten Dammschutz an. Durch den Dammschutz versucht die Hebamme, die Geschwindigkeit des Kopfdurchtritts zu regulieren. Um dem Kind am Ende der Geburt genügend Platz zu machen, kann in seltenen Fällen ein Dammschnitt (Episiotomie) durch die Hebamme oder durch eine Ärztin/einen Arzt vorgenommen werden.
  • Erstversorgung des Kindes: Nach der Geburt befreit die Hebamme das Kind im Gesicht von Blut und Schleim, damit die Atmung nicht behindert wird. Danach wird die Nabelschnur unterbunden und kann zum Beispiel vom Vater durchschnitten werden.

Betreuung der Nachgeburtsphase

Innerhalb einer Stunde nach der Geburt – meist aber kürzer – setzen die Nachgeburtswehen ein. Sie führt zur Ablösung des Mutterkuchens (Plazenta). Die Hebamme, die Ärztin/der Arzt überprüft, ob der Mutterkuchen vollständig ausgestoßen wurde. In der Gebärmutter dürfen keine Reste der Plazenta zurückbleiben, da es ansonsten zu Blutungen, Wucherungen oder Infektionen der Gebärmutter kommen kann. Löst sich die gesamte Plazenta oder lösen sich größere Teile nicht ab, erfolgt eine manuelle Plazentalösung durch die Ärztin/den Arzt bzw. durch die Hebamme. Gegebenenfalls ist ein Eingriff zur vollständigen Entfernung unter Narkose notwendig, der ausschließlich im Krankenhaus durchgeführt werden kann.

Hinweis Löst sich die Plazenta nicht selbstständig ab und leidet die Mutter in der Nachgeburtsphase an einer Wehenschwäche, müssen eventuell wehenauslösende Hormone verabreicht werden (Oxytocin).

Spezielle Maßnahmen während der Geburt

Um den Geburtsverlauf zu erleichtern, kann die Ärztin/der Arzt oder die Hebamme spezielle Maßnahmen anwenden. Es kann aber auch sein, dass auftretende Komplikationen bestimmte medizinische Eingriffe erforderlich machen. Mehr Informationen zum Thema finden Sie unter Spezielle Maßnahmen während der Geburt.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Geburt in einem Krankenhaus können Sie sich an Krankenhäuser mit Geburtsabteilung wenden. Krankenhäuser in Ihrer Nähe finden Sie unter Services (Spitalssuche). Für die Hausgeburt können Sie sich an eine frei praktizierende Hebamme wenden.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Geburt in einem Krankenhaus oder zu Hause werden von den Sozialversicherungsträgern übernommen.