Schnellmenü

Zur Startseite springen, Accesskey 0,
Zur Hauptnavigation springen, Accesskey 1,
Zum Inhalt springen, Accesskey 2,
Zur Kontaktseite springen, Accesskey 3,
Zur Sitemap springen, Accesskey 4

Zum Schnellmenü zurück

Saugglocken- oder Zangengeburt

Manchmal benötigen Kinder bei ihrem Weg durch den Geburtskanal Hilfe. Kommt die Geburt nicht mehr voran und liegt der Kopf des Kindes schon tief im Becken, können Ärztinnen und Ärzte eine Saugglocke – seltener eine Geburtszange einsetzen. Damit eine Saugglocken- oder Zangengeburt durchgeführt werden kann, muss der Muttermund vollständig geöffnet und die Fruchtblase geplatzt sein . . .

Wann wird eine Saugglocken- oder Zangengeburt durchgeführt?

Gründe für den Einsatz einer Saugglocke oder Geburtszange können sein:

  • die Geburt kommt in der Austreibungsphase zum Stillstand,
  • die kindliche Herztonfrequenz deutet auf einen beginnenden Sauerstoffmangel hin („die Herztöne lassen nach“),
  • die Gebärende ist zu erschöpft, um aktiv mitzupressen,
  • die Gebärende darf aus gesundheitlichen Gründen (z.B. Herzfehler) nicht aktiv mitpressen,
Damit eine Saugglocken- oder Zangengeburt durchgeführt werden kann, muss der Muttermund vollständig geöffnet und die Fruchtblase geplatzt sein. Der Kopf des Kindes muss bereits tief in das mütterliche Becken eingetreten sein. Ist das nicht der Fall und liegt das Kind noch relativ hoch, muss ein sekundärer Kaiserschnitt (wenn die Situation bedrohlich erscheint ein Akutkaiserschnitt) vorgenommen werden.

Welche Vorbereitungsmaßnahmen sind notwendig?

Bevor die Ärztin/der Arzt einen Eingriff mit der Saugglocke bzw. mit der Geburtszange vornimmt, klärt sie/er die Gebärende über den Eingriff auf, sofern noch genügend Zeit dafür besteht. Danach folgt eine vaginale Untersuchung zur genauen Diagnose der Einstellung des kindlichen Kopfes. In machen Fällen wird vor dem Eingriff ein Dammschnittvorgenommen, um dem Kind genügend Platz zu verschaffen.

Eventuell wird auch ein Einmal-Katheder gesetzt, um die Harnblase zu entleeren. Ob die Saugglocke oder die Geburtszange zum Einsatz kommen, entscheidet die Ärztin/der Arzt im Einzelfall. In der Praxis wird die Geburtszange seltener verwendet.

Wie läuft eine Saugglockengeburt ab?

Auf dem Kopf des Kindes wird eine besonders geformte Saugglockenschale angelegt. Die Schale kann aus Metall oder Silikon bestehen. Diese ist durch einen Schlauch mit einer Vakuumpumpe verbunden, sodass sich die Glocke an der Kopfhaut des Kindes festsaugt. Parallel zu den Wehen der Mutter kann die Ärztin/der Arzt langsam ziehen, bis der Kopf des Kindes ausgetreten ist. Danach wird die Saugglocke langsam entfernt, und der Rest des kindlichen Körpers kann normal geboren werden.

Hinweis Nach der Geburt kann der Kopf des Kindes in die Länge gezogen bzw. durch die Saugglocke verformt sein. Diese Verformung verschwindet jedoch innerhalb kurzer Zeit wieder und hat keine negativen Folgen für das Kind.

Wie läuft eine Zangengeburt ab?

Die in der Geburtshilfe eingesetzte Geburtszange besteht aus zwei gleichen löffelförmigen Teilen, die einzeln in die Scheide eingeführt werden. Die Ärztin/der Arzt umfasst mit dem Zangenlöffel den kindlichen Kopf. Dabei muss ertastet werden, ob keine mütterlichen Weichteile – wie Muttermund oder Scheide – eingeklemmt sind. Mit jeder Presswehe zieht die Ärztin oder der Arzt das Kind vorsichtig aus dem Geburtskanal. Ist der Kopf des Kindes geboren, wird die Zange abgenommen, und der Rest des Kindes kann normal geboren werden.