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Masern & Impfen

Masern gehören zu den ansteckendsten Krankheiten und kommen weltweit vor. Eine hohe Durchimpfungsrate könnte die Masern ausrotten. In Europa kommt es aufgrund der geringen Impfdichte jedoch immer wieder zu Masernausbrüchen. Umso wichtiger ist der Impfschutz. Es ist jederzeit – auch im Erwachsenenalter – möglich, diese Impfung nachzuholen. Der wirksame und gut verträgliche Impfstoff ist für alle Personen ab dem vollendeten 9. Lebensmonat kostenfrei erhältlich.

Aktuell wird in Österreich eine Ausweitung des Maserngeschehens beobachtet: Laut nationalem Meldesystem wurden seit Beginn 2017 in sieben Bundesländern insgesamt 78 (Stand 19.5.2017) Masernfälle gezählt. Das sind mehr als im gesamten Jahr davor. Das Gesundheitsministerium rät daher allen nicht-geimpften Personen dringend, den Empfehlungen des österreichischen Impfplans nachzukommen und sich frühestmöglich gegen Masern-Mumps-Röteln impfen zu lassen . . .

Achtung – Ansteckungsgefahr!

Die Erreger (Masernviren) werden über die Luft durch Niesen oder Husten übertragen. Schon kurze Zeit nach dem Kontakt mit dem Erreger kann es zu einer Maserninfektion kommen. Masern gehören zu den meldepflichtigen Krankheiten. Zwischen dem Kontakt mit dem Erreger und dem tatsächlichen Ausbruch von Masern liegen normalerweise acht bis zwölf Tage (Inkubationszeit). Infizierte können daher bereits ein paar Tage vor Auftreten der ersten Krankheitssymptome andere Menschen anstecken. Die Gefahr einer Übertragung besteht bis zu vier Tage nach Beginn des Exanthems. Da an Masern vor allem Kleinkinder und Kinder erkranken, ist diese Erkrankung vielerorts als „Kinderkrankheit“ bekannt. Aber auch nicht geimpfte Erwachsene können sich infizieren – vorausgesetzt sie hatten als Kind keine Masern, denn die Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität.

Aktuelle Informationen zur derzeitigen Ausweitung des Maserngeschehens finden Sie auf der Website des Gesundheitsministeriums.

Hinweis Bei Verdacht auf Masern, oder Auftreten von unspezifischen Symptomen wie Schnupfen, Fieber, geröteten Augen oder anderen grippeähnlichen Symptomen, die auf Masern hinweisen, unbedingt die Ärztin/den Arzt oder das Krankenhaus vorher telefonisch kontaktieren, damit eine Übertragung in Warteräumen sowie Ambulanzen verhindert werden kann.

Symptome und Krankheitsverlauf

Ungefähr acht bis zwölf Tage nach der Ansteckung mit dem Masernvirus kommt es bei über 95 Prozent der Infizierten zum Ausbruch der Erkrankung. Zunächst zeigen sich unspezifische Symptome wie Fieber, Husten, Schnupfen oder Bindehautentzündung (katarrhalisches Stadium). Auch ein Ausschlag am Gaumen kann sich zeigen. Der charakteristische Masernausschlag (kräftige rote, grobflächige Flecken) beginnt ungefähr am dritten bis siebten Tag nach Auftreten der ersten Symptome hinter den Ohren. Der Ausschlag greift langsam auf den ganzen Körper über, bleibt ca. vier bis sieben Tage bestehen und heilt schuppig ab.

Komplikationen und Spätfolgen

Durch eine Masernerkrankung werden die Abwehrkräfte für etwa sechs Wochen sehr stark geschwächt. Dies erleichtert das Eindringen anderer Krankheitskeime in den Körper. Sinkt das hohe Fieber nach einer Woche und steigt ein wenig später erneut an, können sich Komplikationen anbahnen. Die Komplikationsrate liegt bei etwa 20 Prozent. Diese Komplikationen reichen über Bronchitis und Lungenentzündung bis hin zu einer potenziell lebensgefährlichen Enzephalitis (Entzündung des Gehirns), die auch bleibende Hirnschädigungen nach sich ziehen kann. Das Risiko, an einer Enzephalitis infolge einer Maserninfektion zu erkranken, liegt bei etwa 1:1.000 und steigt mit dem Alter der infizierten Person. Unter fachgerechter Behandlung verlaufen viele Masernerkrankungen jedoch ohne Komplikationen.

Ungefähr sechs bis acht Jahre nach der Masernerkrankung kann in seltenen Fällen die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) als Spätkomplikation auftreten. Es zeigen sich dabei psychische und intellektuelle Veränderungen. Außerdem kommt es zu neurologischen Störungen. SSPE ist eine Erkrankung mit tödlicher Prognose.

Impfen schützt!

In Österreich sind Impfungen gegen Masern/Mumps/Röteln Bestandteil des Impfplans. Es werden zwei Impfungen ab dem vollendeten 9. Lebensmonat (= ab dem 10. Lebensmonat) empfohlen. Es sollte ein Mindestabstand von vier Wochen zwischen zwei Impfungen eingehalten werden. Die zweimalige Impfung ist wichtig, um einen lückenlosen Schutz zu gewährleisten. Die beiden empfohlenen Impfungen sollten unbedingt vor Ende des zweiten Lebensjahres durchgeführt werden. In Ausbruchssituationen kann die MMR-Impfung (abweichend von der Fachinformation) bereits ab dem vollendeten 6. Lebensmonat erfolgen. Bei Impfungen im Alter von 6-8 Monaten soll die 2. Impfung im Alter von 11-14 Monaten erfolgen und eine 3. Impfung im Alter von 15-23 Monaten. Es ist jederzeit – auch im Erwachsenenalter – möglich, diese Impfung nachzuholen. Weitere Informationen finden Sie unter Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)

Der wirksame und gut verträgliche Impfstoff ist für alle Personen ab dem vollendeten 9. Lebensmonat kostenfrei erhältlich. Beratungs- und Impfstellen in Ihrer Nähe finden Sie unter Beratungs- und Impfstellen der Bundesländer.

Bei der Verabreichung von Arzneien können Nebenwirkungen auftreten – so auch beim Impfen. Diese sind jedoch in der Regel vorübergehend und leicht. Die Gebrauchsinformationen der Impfstoffe beinhalten ausführliche Auflistungen der möglichen Nebenwirkungen. Nicht geimpft werden dürfen: schwangere Frauen, Personen mit geschwächtem Immunsystem oder Personen mit Fieber über 38 Grad. Personen, bei denen allergische Reaktionen bekannt sind, sollten sich vor einer Impfung von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt beraten lassen.

Impflücken in Österreich

Impflücken in Österreich gibt es vor allem bei den Geburtsjahrgängen 2008 bis 2010 und bei Erwachsenen, die in den 1990er Jahren geboren wurden. Zusätzlich ist aktuell ein Drittel der 15-30-Jährigen kein zweites Mal geimpft, das sind mehr als eine halbe Million Personen. Die Immunität gegen Masern in der Gesamtbevölkerung ist weitgehend hoch. Bei älteren Erwachsenen aufgrund einer Masern-Erkrankung im Kindesalter, bei Kindern durch Impfungen. Die Anzahl der geimpften Personen in Österreich reicht jedoch nach wie vor nicht aus, um Masern in Österreich auszurotten. Das ergab der Masernbericht 2016. Um die Masern auszurotten, sind Durchimpfungsraten von 95% mit zwei Dosen nötig.

Die schlimmsten Komplikationen bei Masern drohen Kindern, die bereits im ersten Lebensjahr bzw. während der Geburt angesteckt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass in der engeren Umgebung von Säuglingen/Kleinkindern alle Personen geimpft sind, sofern sie die Infektion nicht bereits durchgemacht haben. 

Das Personal in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen, welches Kontakt zu Patientinnen/Patienten oder mit infektiösem Material hat, sollte nachweislich und ausreichend gegen Masern geschützt sein.

Nähere Informationen zur kostenlosen Masernimpfung erhalten Sie auf www.keinemasern.at sowie auf der Website des Gesundheitsministeriums.

Hinweis