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Auf dem Weg zur Nikotinabhängigkeit

Warum haben starke Raucherinnen und Raucher immer wieder Verlangen nach einer Zigarette? Schuld ist das Zusammenspiel von physischen (körperlichen) und psychischen Faktoren. Nikotin bewirkt eine vermehrte Freisetzung von Botenstoffen, die wiederum das Verlangen nach Nikotinnachschub wecken. Auf dem Weg in die Abhängigkeit steht der körperliche Gewöhnungseffekt. Bei regelmäßigem Tabakkonsum vermehren sich die Andockstellen für das Suchtgift Nikotin im Gehirn, und der Körper verlangt regelmäßigen Nikotinnachschub. Das Suchtmittel Nikotin ist in den Blättern der Tabakpflanze enthalten und verursacht beim Konsum kurzzeitig eine anregende und beruhigende Wirkung. Tabak wird heute meistens geraucht, selten auch gekaut, geschnupft oder gelutscht. In jeder Form ist der Tabakkonsum jedoch gesundheitsschädlich.

Tabak & Nikotin

Nikotin ist eines der stärksten Pflanzengifte, das schon in einer Dosis von nur 50 mg für den Menschen tödlich sein kann. Eine Zigarette kann bis zu 13 mg Nikotin enthalten, beim Rauchen wird wesentlich weniger (rund 1 mg) aufgenommen. Für Kleinkinder ist allerdings eine zerkaute oder verschluckte Zigarette lebensgefährlich!

Nach Europa gelangte die Tabakpflanze im 16. Jahrhundert, nachdem sie Christoph Columbus bei den amerikanischen Ureinwohnern kennengelernt hatte. Das Zigarettenrauchen, wie es heute zum Lebensstil vieler Menschen gehört, etablierte sich in diesem Ausmaß erst im 20. Jahrhundert und ist seither für den dramatischen Anstieg schwerer Erkrankungen verantwortlich, allen voran Lungenkrebs sowie chronische Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Tabak wird in Zigaretten – der weitaus gebräuchlichsten Form – Zigarren, Pfeifentabak oder Wasserpfeifen geraucht. Rauchfreie Produkte sind z.B. Schnupf- oder Kautabak. Egal ob mit oder ohne Rauch: Jede Form von Tabakkonsum ist mit einem Risiko für schwere Gesundheitsschäden verbunden.

So wirkt Nikotin

Nikotin ist der Hauptwirkstoff beim Tabakkonsum und erzeugt eine Abhängigkeit. Beim Rauchen gelangt das Nikotin über Bronchien und Lungen in den Blutkreislauf und in wenigen Sekunden ins Gehirn. Dort entfaltet es an den Nervenzellen seine Wirkungen und beeinflusst das psychische Befinden durch die Freisetzung von Botenstoffen wie Dopamin, Noradrenalin oder Serotonin. Die Wirkung hängt auch von der körperlichen Verfassung ab. Je nach Dosierung kann Nikotin

  • kurzzeitig entspannend, 
  • beruhigend oder anregend wirken, 
  • die Aufmerksamkeit steigern, 
  • die Stimmung aufhellen oder 
  • den Appetit hemmen.

Aufgrund der kombinierten körperlichen und psychischen Wirkungen entwickelt sich eine Abhängigkeit, die es den Betroffenen schwer macht, mit dem Rauchen aufzuhören. Nikotin hat neben den oben angeführten Wirkungen auch andere körperliche Wirkungen. Die Blutgefäße verengen sich – unter anderem werden die Haut- und Herzkranzgefäße schlechter durchblutet. Der Puls steigt, die Hauttemperatur sinkt und der Stoffwechsel beschleunigt sich. Je nach Dosis reagiert der Körper auf den Giftstoff Nikotin auch mit Schwindel, Brechreiz oder Durchfall. Vermehrt ausgeschüttete „Stresshormone“ (z.B. Adrenalin) verursachen einen Blutdruckanstieg und einen höheren Glukosespiegel im Blut. Regelmäßiger Nikotinkonsum kann in der Folge zu schweren, chronischen Erkrankungen (wie z.B. Diabetes oder COPD) führen.

Körperliche und psychische Abhängigkeit

Angewöhnte Rituale, die gleichzeitig mit den Wirkungen des Rauchens eingelernt werden, spielen für das Suchtverhalten eine große Rolle: Die Zigarettenpause in der Arbeit, die Zigarette nach dem Essen, beim Ausgehen oder ähnliche Handlungen verstärken den Belohnungseffekt und somit die psychische Abhängigkeit.

Nikotin zählt zu den am stärksten suchterzeugenden und suchterhaltenden Substanzen. Die Abhängigkeit ist mit Heroin oder Kokain vergleichbar. Mit dem Übergang von der gelegentlichen Zigarette zum regelmäßigen Konsumverhalten setzt – oft schon nach wenigen Wochen – die Sucht ein. Mehr als die Hälfte der regelmäßig Rauchenden ist abhängig. Eine Nikotinabhängigkeit entwickelt sich besonders bei Jugendlichen sehr schnell. Bereits innerhalb von drei Wochen zeigen jene, die das Rauchen erst ausprobieren, bereits erste Anzeichen einer Abhängigkeitsentwicklung.

Entzugssymptome von Nikotin

Wird kein Nikotin zugeführt, bleiben die Andockstellen unterversorgt, und der Körper kann mit Entzugserscheinungen reagieren – dem typischen Merkmal einer Sucht. Zu den häufigsten Entzugssymptomen zählen:

  • Nervosität,
  • Reizbarkeit, 
  • Unruhe, 
  • Konzentrationsschwäche, 
  • Ärger, 
  • Ängstlichkeit, 
  • Müdigkeit,
  • Schlafstörungen,
  • schlechte Stimmung, verstärkter Hunger, Verstopfung und 
  • ein starkes Verlangen nach der nächsten Zigarette.

Die körperlichen Entzugssymptome sind meistens zwei Tage nach der letzten Zigarette am stärksten und lassen dann allmählich nach, bis sie nach zirka drei Wochen verschwinden. Die psychische Abhängigkeit mit der Lust auf eine Zigarette in bestimmten Situationen kann aber noch jahrelang bestehen bleiben.

Etwa jede zweite Raucherin/jeder zweite Raucher erfüllt die Diagnosekriterien für eine Abhängigkeitsstörung und ist somit suchtkrank. Zirka 50 Prozent der Raucherinnen/Raucher in der Bevölkerung wollen mit dem Rauchen aufhören, aber nur rund 30 Prozent unternehmen innerhalb eines Jahres zumindest einen ernsthaften Rauchstoppversuch. Ein Grund, warum es so schwierig ist aufzuhören, liegt im hohen Suchtpotenzial von Nikotin.

Hinweis Raucherinnen/Raucher können mithilfe des sogenannten Fagerström-Tests einschätzen, wie hoch ihre Nikotinabhängigkeit ist.