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Giftcocktail Tabakrauch

Bei jedem Zug an der Zigarette und beim Glimmen entsteht durch die Verbrennung des Tabaks und des Zigarettenpapiers ein Gasgemisch, in dem tausende kleine Teilchen (Partikel) gelöst sind. Viele davon sind giftig oder krebserregend. Der Zigarettenrauch enthält, neben dem entscheidenden Wirkstoff Nikotin, ein Gemisch aus über 4.800 Substanzen, unter anderem Wasserdampf, Kohlenmonoxid, Nikotin, Cadmium sowie freie Radikale.

Beim Erkalten bildet sich aus dem Zigarettenrauch eine Mischung teilweise hochgiftiger Stoffe, das Teer. Dieses Kondensat lagert sich als typischer gelb-brauner Belag an den Fingern oder Zähnen aber auch in den Atemwegen und in der Lunge ab. Der beim Rauchen entstehende Giftcocktail wird nicht nur von Raucherinnen und Rauchern inhaliert, sondern belastet auch die Atemluft der Umgebung und somit die Nichtraucherinnen/Nichtraucher.

Inhalts- und Zusatzstoffe von Zigaretten

Zigaretten bestehen heute meistens nicht nur aus reinen Tabakblättern, sondern aus einem mit verschiedenen Zusatzstoffen versehenen Tabakgemisch. Die Zusatzstoffe sollen den Geschmack verbessern bzw. den Tabak feucht halten. Sie erleichtern auch die Nikotinaufnahme oder lindern das Kratzen im Hals. Über 600 Tabakzusatzstoffe sind bekannt, dazu zählen z.B. Menthol, Zucker, Aromen, Ammoniak, Klebe-, Haft- und Verdickungsmittel oder Konservierungsstoffe. Sie können rund zehn Prozent, aber auch bis zu 25 Prozent des Gesamtgewichts einer Zigarette ausmachen. Die Verwendung von Zusatzstoffen erhöht die Anzahl der gesundheitsschädlichen Substanzen im Tabakrauch beträchtlich und damit auch das Gesundheitsrisiko. Manche Zusatzstoffe verstärken auch das Abhängigkeitspotenzial. Seit 2010 müssen Hersteller bzw. Importeure von Tabakprodukten laut Tabakerzeugnis-Inhaltsstoffe-Erhebungsverordnung die Inhalts- und Zusatzstoffe dem Gesundheitsministerium melden.

Hinweis Hier finden Sie Informationsblätter zur Funktionsweise von 15 ausgewählten Tabakerzeugnis-Zusatzstoffen und deren Wirkung auf die Gesundheit.

Giftige und krebserzeugende Stoffe im Tabakrauch

Die im Zigarettenrauch enthaltenen Substanzen zeigen schon in sehr geringen Mengen – im Milligrammbereich – eine schädliche Wirkung. Mehr als 90 dieser Substanzen werden von Fachorganisationen und Expertengremien als krebserzeugend oder wahrscheinlich krebserzeugend bewertet. Diese Stoffe können das Erbgut (DNA) schädigen, sodass gesunde Zellen zu Krebszellen entarten. Zu den gefährlichsten Stoffen, die nach dem Einstufungsschema der IARC (International Agency for Research on Cancer) in der Gruppe 1 als „krebserzeugend für den Menschen“ eingestuft werden, zählen u.a. Arsen, Benzol, Cadmium, Formaldehyd und Nickel.

Die wichtigsten Tabakrauchinhaltsstoffe und ihre gesundheitsschädigenden Wirkungen:

  • Kohlenmonoxid: Das Atemgift führt zu Sauerstoffmangel im Blut und in der Folge in Gefäßen, Organen und Gewebe. Es begünstigt die Entstehung von Gefäßerkrankungen.
  • Reizgase: Stören die Selbstreinigungsfähigkeit der Atemwege und fördern die Bildung von Schleim. Dies führt zu Raucherhusten und Atemwegserkrankungen.
  • Benzol: Krebserregend, führt zu Leukämie und aplastischer Anämie (das Knochenmark kann keine neuen Blutkörper mehr bilden).
  • Blei: Das hochgiftige Metall kann Gehirn, Nieren und Nervensystem schädigen. In der Wachstumsphase kann es bei Kindern und Jugendlichen Entwicklungsstörungen verursachen.
  • Cadmium: Krebserregend, regelmäßige Belastungen erhöhen das Risiko für Lungen- oder Prostatakrebs sowie für Nierenschäden. Die Cadmiumkonzentration im Blut von Raucherinnen/Rauchern, die 20 und mehr Zigaretten pro Tag rauchen, ist viermal höher als bei Nichtraucherinnen/Nichtrauchern. Cadmium findet sich auch in der Muttermilch, daher sollten stillende Mütter keinesfalls rauchen.
  • Formaldehyd: Krebserregend, verursacht Augenbrennen sowie Reizungen der Schleimhäute und der Atemwege.

Weitere Informationen: Gifte im Tabakrauch (Deutsches Krebsforschungszentrum)