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Eileiterschwangerschaft: Therapie

Dank moderner Untersuchungsmethoden werden heutzutage Eileiterschwangerschaften immer früher erkannt. Nur noch selten kommt es zu einem akuten Notfall. Trotzdem muss jede Fehleinnistung behandelt werden. Die Therapiemaßnahmen richten sich nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen: dem Ort der Fehleinnistung, dem Schwangerschaftsstadium, der HCG-Konzentration sowie dem körperlichen & psychischen Gesundheitszustand der Patientin.

Eine Schwangerschaft am falschen Ort kann nicht erhalten werden. Die Behandlung der Eileiterschwangerschaft kann unter Umständen mit Medikamenten erfolgen, oftmals ist aber eine Operation unumgänglich.

Operation

Bei der Eileiterschwangerschaft zählt das mechanische Entfernen einer Fehleinnistung zu den Standardverfahren. Die Operation erfolgt mittels Laparoskopie (Bauchspiegelung). Dabei wird entweder nur das Schwangerschaftsgewebe oder der ganze betroffene Eileiter entfernt.

Die Operationstechniken hängen unter anderem von einem bestehenden Kinderwunsch ab. Ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen und liegt nur ein geringer Eileiterschaden vor, kann organerhaltend operiert werden (Salpingotomie). Liegt kein Kinderwunsch vor oder besteht eine starke Schädigung des Eileiters, muss dieser entfernt (Salpingektomie) werden.

Hinweis Bei ausgedehnten Verwachsungen kann ein Bauchschnitt (Laparotomie) erforderlich sein.

Ausführliche Informationen zur Laparoskopie finden Sie unter endoskopische Untersuchungen.

Wie bei jeder Operation können auch bei der mechanischen Entfernung einer Fehleinnistung Komplikationen auftreten. So kann es vorkommen, dass minimale Reste des Schwangerschaftsgewebes zurückbleiben und weiter wachsen. Eine Verlaufskontrolle des Schwangerschaftshormons HCG ist daher unbedingt erforderlich. Ist kein HCG mehr im Blut nachweisbar, war die vollständige Entfernung des Schwangerschaftsgewebes erfolgreich.

Medikamentöse Therapie

Eine medikamentöse Therapie kommt bei der Eileiterschwangerschaft seltener zum Einsatz. Diese Behandlung sollte nur dann durchgeführt werden, wenn die Symptomatik noch nicht ausgeprägt ist, der Embryo und das umgebende Gewebe kleiner als vier Zentimeter sind sowie die HCG-Konzentration unterhalb eines bestimmten Schwellenwerts liegt. Oft wird sie nach einer Operation eingesetzt, wenn z.B. Reste des Schwangerschaftsgewebes zurückgeblieben sind.

In aller Regel wird der Wirkstoff Methotrexat (MTX) verabreicht. Es handelt sich um ein Zellgift, das wachstumshemmend wirkt und die Eileiterschwangerschaft beendet. MTX wird entweder intravenös oderintramuskulär verabreicht. Es besteht auch die Möglichkeit, das Medikament direkt in das Schwangerschaftsgewebe zu spritzen.

Bei der medikamentösen Therapie sind engmaschige Verlaufskontrollen des Schwangerschaftshormons HCG erforderlich, um zu überprüfen, ob noch ein Wachstum besteht.

Der Vorteil dieser Behandlung ist, dass Operationsfolgen z.B. Vernarbungen des Eileiters, die die Fruchtbarkeit einschränken können, seltener auftreten. Für die medikamentöse Behandlung kommen ca. ein Drittel der Frauen mit Extrauteringraviditäten in Frage, in zwei Drittel der Fälle wird nach wie vor operativ behandelt.

Hinweis Methotrexat (MTX) ist ein Zellgift, dass auch in der Chemotherapie eingesetzt wird. Nebenwirkungen wie sie bei einer Chemotherapie auftreten (z.B. Übelkeit und Erbrechen, Schleimhautentzündungen, Haarausfall), sind jedoch aufgrund der niedrigen Dosierung und dem kurzen Zeitraum der Behandlung sehr selten.

MTX und Schwangerschaft

Allgemeine Befürchtungen, dass es nach dem Einsatz von MTX bei darauf folgenden Geburten zu einer erhöhten Rate von Fehlbildungen, Fehlgeburten oder bösartigen Tumoren kommt, konnte durch eine Vielzahl an Studien widerlegt werden. Dennoch wird aus Sicherheitsgründen empfohlen, ein halbes bis ein Jahr nach einer MTX-Behandlung zu warten, bevor ein erneuter Schwangerschaftsversuch unternommen wird.

Abwartende Behandlung

Da die Möglichkeit besteht, dass eine Eileiterschwangerschaft von selbst abstirbt bzw. sich zurückbildet, kann man in manchen Fällen abwartend behandeln. Diese Therapiemöglichkeit ist eher selten. Voraussetzung ist, dass keine Beschwerden  und eine niedrige bzw. abfallende HCG-Konzentration im Blutserum vorliegen. Regelmäßige Verlaufskontrollen sind notwendig.

Wohin kann ich mich wenden?

Für die Behandlung ist ein Besuch bei einer Gynäkologin/einem Gynäkologen notwendig. Ärztinnen/Ärzte in Ihrer Nähe finden Sie unter „Arztsuche“.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen.

Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte. Informationen zu Kosten bei einem Spitalsaufenthalt finden Sie unter Was kostet der Spitalsaufenthalt?